| |
Die Stimmig sein - Methode bei Tinnitus
und anderen Hörproblemen
|
|
|
|
Das Vorgehen bei der Stimmig
sein - Methode
Allgemeines
|
Besingen mit Gesangsformanten |
|
Selbst tönen und Klänge entwickeln,
die dem Ohr helfen |
Was ist Tinnitus?
Tinnitus nennt
man verschiedenste Ohrgeräusche (Klingeln, Zischen, Rauschen,
pfeifen brummen usw.), die man keiner objektiven äußeren
Schallquelle zuordnen kann. Der Begriff Tinnitus kommt aus dem lateinischen
"tinnitus aurium" und bedeutet "Ohrenklingeln".
Vorübergehende Ohrgeräusche kennen viele Menschen.
Störend wird ein Ohrgeräusch für die Betroffenen
erst dann, wenn es kontinuierlich oder sehr häufig auftritt
und auch aufgrund seiner Intensität nicht mehr ignoriert werden
kann, es einem die Konzentrationsfähigkeit für auditive
Außeneindrücke, die Ruhe und sogar den Schlaf raubt. Wie
kommt es zu Tinnitus?
Tinnitus selbst ist keine Krankheit, sondern tritt häufig
als Symptom einer Krankheit auf. Deshalb ist es notwendig, dass
zunächst ärztlich nach Ursachen des Tinnitus gesucht wird,
um diese beheben zu können. Die häufigste Ursache sind
Innenohrschäden durch Einwirkung von zu lautem Schall (z. B.
Knalltrauma, Lärmarbeit, Diskothekenlärm) oder durch Hörsturz.
Aber auch Halswirbelsäulen-Erkrankungen (Blockierungen, Schleudertrauma),
Durchblutungsstörungen, Otosklerose, Innenohr-schädigende
Medikamente, Sonstige Innenohrschäden Erkrankungen des Hörnerven
(z.B. Akustikusneurinome), Kiefergelenkserkrankungen u.a.werden
als Ursachen angegeben.
Manchmal ist die Ursache auch nicht feststellbar. |
Allgemeines
Ein zentrales Augenmerk liegt in der Stimmig sein -Methode
auf einer Schulung der komplexen der Hörwahrnehmung.
Man lernt die Vielfalt der Obertöne in Instrumenten und im
eigenen Stimmklang kennen und wird geschult auf das Hören von
sogenannten Gesangsformanten (Obertongruppen um 3000, 5000 und 8000
Hz).
Bei KlientInnen mit Tinnitus bieten wir zudem das Besingen
an, da eine voll-ausgebildete funktionale Stimme mit Gesangsformanten
und Vibrato das Ohr und das Gehirn auf vielfältige Weise stimuliert
und wichtige Funktionen des Gehörs und den Körpertonus
reguliert. Nähere Erläuterungen hierzu weiter unten. Eine andere - oft hilfreiche - Herangehensweise, ist es, die Ohrgeräusche
im eigenen Obertonspektrum der Stimme wieder zu finden und
sogar zu fördern. Verblüffenderweise
erleben wir durch diese Maßnahme einerseits eine Optimierung
der Stimmfunktion, andererseits ein Nachlassen oder sogar das Verschwinden
der Tinnitusfrequenz. Desweiteren bietet sich die psychointegrale Herangehensweise der
Stimmig sein - Methode an.
Wir lassen die KlientInnen insbesondere einen emotionalen
Bezug zur Störfrequenz herstellen, was durch spezielle
Techniken der Stimmig sein - Methode geschieht. Aber auch andere
alltägliche Probleme und Stressoren, die den Tinnitus mitbedingt
haben könnten, können in einer Beratung mit der Stimmig
sein - Methode bearbeitet werden.
|
|
oben |
Die
Psychosomatik von Tinnitus Eine Verbindung von Tinnitus zur Psyche lässt sich an verschiedenen
Stellen herstellen:
Einerseits können manche der Tinnitus - auslösenden
Krankheiten durch Stress mitbedingt sein wie z.B. beim Hörsturz,
bei dem die Ursache weitgehend unbekannt ist. Aber auch Verspannungen
im Halswirbelsäulen und Kiefergelenksbereich können psychische
Ursachen haben.
Desweiteren findet man bei manchen weitestgehend normalhörigen
Tinnitus-Betroffenen vermehrte Impulse der Tinnitusfrequenz aus
dem Hörverarbeitenden System (einschließlich des limbischen
Systems), welche die Hörzellen innervieren, so dass es denkbar
ist, daß hier der Tinnitus u.a. Ausdruck eines seelischen
Konfliktes sein könnte.
Aber auch bei Tinnitusformen, die z.B. durch eine Innenohrschädigung
entstanden sind, so dass von den geschädigten Hörzellen
permanente Hörimpulse an das Gehirn weitergeleitet werden,
die in der Außenwelt de facto gar nicht existieren, ist es
offenbar eine Frage der eigenen Bewertung dieser Klänge, inwieweit
sich der Tinnitus neurologisch "einnistet". So kann es
vorkommen, dass der Tinnitus zunächst ojektiv auf einem
Ohr ausgelöst wurde und dann aber auch auf dem anderen
Ohr wahrgenommen wird - ein Effekt, der auf einen Lerneffekt
des Gehirns zurück zu führen ist. Auch ist die Hörverarbeitung selbst ein höchst
sujektives Unterfangen. Inwieweit wir hohe tiefe oder hohe Frequenzen
bewusst hören, auf welche Geräusche wir unsere Aufmerksamkeit
richten und ob wir bei anderen einfach auf "Durchzug stellen"
und uns somit aktiv vor Lärm schützen, all dies sind Leistungen
unseres Gehirns und des Ohres, was letztlich von der Psyche (unserer
emotionalen-mentalen Einstellung) gesteuert wird. Tinnitus hat auch enorme Stressfolgen.
Viele von Tinnitus Betroffene leiden an Schlafstörungen,
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und an extremen
psychischen Belastungen durch die mangelnde Ruhe. Diese Stressoren
können natürlich auch weitere körperliche Probleme
verursachen (Verspannungen und hierdurch bedingte Durchblutungsstörungen),
was den Tinnitus weiter begünstigt.
|
|
Die
klangtherapeutische Wirkung der Stimmig sein - Methode
In der Stimmig sein - Methode wird mit obertonreichen
Klängen und dabei speziell mit den drei Gesangsformantenfrequenzen
von 3000, 5000 und 8000 Hz gearbeitet - da obertonreiche Klänge
vom Ohr bevorzugt werden und insbesondere die genannten Frequenzen
bei allen Menschen durch verschiedene Mechanismen im Mittelohr verstärkt
werden.
Das Hören von und das Singen mit diesen Gesangsformanten führt
über neurologische Wege zu einer Verbesserung der Hörverarbeitung,
das heißt, es führt zur Dämpfung lauterer, tiefer
und isolierter Töne und zur Verstärkung von komplexen
und obertonreichen Klängen. Die Eustachische Röhre kann
sich unter dem Einfluss von Gesangsformanten öffnen (was
auch hilfreich bei chronischen Mittelohrkatharren ist),
was aber auch zu idealen Druckverhältnissen im Mittelohr sorgen
kann.
Auch führt das Hören von Gesangsfomanten zu einer Normalisierung
des Tonus (Spannungsgrad der Muskeln) im gesamten Körper -
das heißt: primäre oder sekundäre Tinnitusauslöser
im Bereich Verspannungen im Kiefer- und Halswirbelbereich können
durch die klangtherapeutische Wirkung dieser Klänge abgebaut
werden. (vgl. Feuerstein: Stimmig sein, Junfermann 2000). |
| |
Spezielle
Auswirkungen auf die Hörverarbeitung
Ein weiterer Effekt ist die Dämpfung
tieferer Frequenzen, was bei tieffrequenten Tinnitustönen
hilfreich sein kann. Aber auch bei einem hohen Tinnituston kann
diese Arbeit sehr hilfreich sein:
Da man sich als Tinnitusbetroffene/r durch die negativen Gefühle
zunehmend auf die störende Frequenz konzentiert, führt
dies zu einer Verstärkung der efferenten (vom Gehirn gesendeten)
Hörsignale für diese Frequenz, was den Ton subjetiv lauter
werden läßt. Auch kommt es bei einer dauerhaften Konzentration
auf diese Tinnitusfrequenz zu einer Veränderung von Hirnregionen,
so dass dauerhaft ein Ohrgeräusch wahrgenommen wird. Dabei
tritt der Tinnituston durch die negative Aufmerksamkeit sehr isoliert
hervor, andere Höreindrücke werden unterdrückt -
eine Leistung unseres Gehirns.
Mit dem Erlernen einer anderen Hörwahrnehmung,
in der bewusst auf die komplexe Welt der Obertöne eines Klanges
bzw. der eigenen Stimme gelauscht wird, tritt der einzelne Tinnituston
in den Hintergrund und reiht sich wieder gleichberechtigter neben
anderen Tönen ein. Durch die Stärkung der Tinnitusfrequenz
im eigenen Stimmklang und der erlebten postitiven Auswirkungen für
die eigenen Stimme, schwächt sich zudem die negative Konzentration
auf die gehörte Frequenz ab. |
| |
|
oben |
Wie
viele Menschen leiden an Tinnitus?
Tinnitus gehört mit zur Zeit mehr als 1 Millionen
potentiell behandlungsbedürftigen PatientInnen zu den häufigsten
Erkrankungen im HNO-Bereich. oben |
|
Die
psychologische Wirkung der Stimmig sein - Methode Verblüffend kann es auch sein, wenn durch die Hörbarmachung
der Störfrequenz im eigenen Klangspektrum ein emotionaler
Bezug zu dieser Frequenz hergestellt werden kann und
Parallelen zum eigenen Leben gefunden werden.Manche KlientInnen
erleben, dass die störende Frequenz - integiert in den eigenen
Klang - ungekannte psychische wie klangliche Potenziale freilegen
kann und ein bisher nicht gelebtes Gefühl (z.B. Wut) oder Verhalten
sich im neuen Stimmklang ausdrücken kann. Auch wird durch das Zulassen der Tinnitusfrequenz
im eigenen Stimmklang aus einer Ohnmacht des diesen-Ton-ertragen-müssens
ein Machtempfinden, diesen Ton nach außen hörbar werden
zu lassen und hierdurch auch ein Stück Kontrolle wieder zu
gewinnen. In vielen Tinnitustherapien wird verhaltenstherapeutisch mit Entspannung und gleichzeitiger Zuspielung der Tinnitusfrequenz gearbeitet, um
die Folgen der negativen Besetzung der Frequenz zu beheben und damit
den Tinnitus abzuschwächen oder zu heilen. In der der Stimmig sein - Methode wird diese Desensibilisierung
nicht über konventionelle Entspannungsmethoden, sondern direkt
über das Hören von obertonreichen Klängen und das
Erleben der positiven Auswirkungen eben jener belastenden Störfrequenz
geleistet. Zusätzliche stimmintegrale Lebensberatung kann weitere Stressoren im derzeitigen Leben bearbeiten und
bewältigen helfen und den Kreislauf von Stress - Tinnitus -
Stress unterbrechen. |
|